
Radfahrende auf dem Regnitztal Radweg © Thorsten Kukuk
Radschnellweg Fürth-Erlangen: Es braucht neue Ideen
Es wird dringend eine Radschnellverbindung nach Erlangen gebraucht. Aber der Ausbau des Regnitztal-Radwegs auf Radschnellwegstandard ist der falsche Weg, das wäre eine ökologische Katastrophe.
In der Sitzung des Bau- und Werkausschusses vom 20.05.2026 wurde die Machbarkeitsstudie zum geplanten Radschnellweg (RSW) zwischen Fürth und Erlangen vorgestellt. Das Ergebnis des Planungsbüros Inovaplan sorgt aktuell für viel Diskussionen: Empfohlen wird ausgerechnet der massive Ausbau des idyllischen Regnitztal-Radwegs.
Für uns als ADFC Fürth steht fest: Das ist der falsche Ansatz. Wir brauchen hier kein Entweder-oder, sondern ein Klares „Sowohl-als-auch“ – nämlich zwei separate Wege.
Warum der Regnitztal-Radweg ungeeignet ist
Der Regnitzradweg ist ein Juwel für den Freizeit- und Tourismusverkehr. Doch genau das ist das Problem: Er ist heute schon oft völlig überfüllt. Wer zügig pendeln will, wird durch den Ausflugsverkehr ausgebremst; wer gemütlich spazieren oder radeln möchte, fühlt sich durch schnelle Radler bedrängt oder wird durch diese gefährdet.
Wenn die von den Planern vorgeschlagene Vorzugstrasse entlang der Regnitz auf Radschnellweg Niveau ausgebaut würde, hieße das eine Verbreiterung auf stolze sieben Meter – inklusive baulicher Trennung – in der engen, dicht bewachsenen Hanglage schlichtweg nicht machbar. Dafür müssten massive Schneisen in den Talgrund geschlagen werden. Dieser Weg ist nicht mal um einen einzigen Meter verbreiterbar, geschweige denn auf das Niveau eines echten Radschnellwegs!
Dazu kommt, das es laut Gutachten auf der Strecke trotzdem noch weiterhin viele Engstellen und Konflikte geben würde, die aus Platzmangel nicht lösbar sind. Für Radfahrende hieße das: Beschleunigen, Bremsen und auf Fußgänger Rücksicht nehmen. Von einem schnellen Vorwärtskommen kann da nicht geredet werden.
Unsere Forderung: Trennung der Verkehrsströme
Der Radverkehr zwischen Fürth und Erlangen läßt sich in zwei Gruppen teilen: zum einen die Rad-Touristen und Freizeitradler, zum anderen die Pendler. Die Anforderungen zwischen diesen Gruppen sind sehr unterschiedlich: Pendler wollen möglichst schnell vorankommen und sind nur in geringem Maße bereit dafür Umwege zu fahren. Rad-Touristen und Freizeitradler wollen dagegen die Natur genießen, möglichst wenig vom Autoverkehr mitbekommen und gemütlich radeln. Da die Anforderungen nicht kompatibel sind, müssen die unterschiedlichen Bedürfnisse getrennt werden:
Der touristische Weg: Der bestehende Regnitzradweg muss in seiner jetzigen, idyllischen Form erhalten bleiben – als sicherer Raum für Erholung und Freizeit.
Die schnelle Verbindung: Es braucht eine komplett separate, kreuzungsfreie und direkte Radschnellverbindung für Berufspendler und Alltagsradler.
Eine solche separate Trasse bietet doppelten Nutzen: Sie erlaubt es Pendlern, endlich zügig und sicher von Fürth nach Erlangen und zurück zu kommen, und sie entlastet gleichzeitig den bestehenden Regnitzradweg spürbar. Nur so wird Akzeptanz und echte Sicherheit für alle, die auf zwei Rädern unterwegs sind, geschaffen.
Der Ausschuss hat die Studie vorerst nur zur Kenntnis genommen und geht glücklicherweise nicht in die Vorplanung. Wir vom ADFC Fürth werden den weiteren Prozess kritisch und konstruktiv begleiten. Eine „abgespeckte“ oder Natur zerstörende Variante darf nicht das letzte Wort sein.








